Mega-Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank immer wahrscheinlicher

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30.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Die Börse jubelt.

Die Börse jubelt. Für Anleger ist das eine gute Nachricht: Die Deutsche Bank wird womöglich mit der Commerzbank fusionieren. Sowohl die Aktien der Deutschen Bank als auch die der Commerzbank schnellten nach der Ankündigung nach oben [siehe Berichte »ARD«, »FAZ«].

Doch ist das auch eine gute Nachricht für die deutschen Steuerzahler? Und für die Kunden der Bank? Und wie steht es mit den vielen Bankangestellten, die um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen? Die Welt besteht ja nicht nur aus Aktionären!

Wie »RP-Online« berichtete, könnte eine Bankenfusion aus Deutscher Bank und Commerzbank bis zu 30.000 Jobs kosten. Derzeit hat die Deutsche Bank noch 92.000 Mitarbeiter. Die Commerzbank hat zurzeit rund 42.000 Mitarbeiter.

Eine Gefahr besteht zudem, dass auch die Steuerzahler belastet werden. Denn 2009 hatte der Bund rund 15,6 Prozent der Commerzbank-Aktien gekauft. Der Bund müsste dann auch Anteilseigner der neuen Superbank werden [siehe Bericht »Welt-Online«]. Falls der Bund zum falschen Zeitpunkt seine Anteile verkaufen sollte, wäre dies der Verlust investierter Steuergelder.

Auch zahlreiche Finanzmarkt-Analysten sehen die mögliche Fusion kritisch. So hält der Chef-Marktanalyst von »Markets.com«, Neil Wilson, die Entwicklung nur oberflächlich positiv für die Banken. Er sieht das Risiko, dass daraus zwar eine größere, aber genauso schwache Bank entstehe.

Der Chef der Monopolkommission sieht gar ein Systemrisiko [siehe Berichte »Zeit-Online«, »n-tv«]. Achim Wambach, der zugleich auch Chef des Wirtschaftsinstituts ZEW ist, befürchtet, dass die neue fusionierte Bank wegen ihrer gewaltigen Größe zu einem echten Systemrisiko werden könnte. Solch ein Zusammenschluss könnte eine Bedrohung für die Finanzwelt sein. Denn solche Banken können im Falle einer Finanzkrise nicht so ohne Weiteres abgewickelt und von den Steuerzahlern gerettet werden.

Am Ende stehen die Bürger, Steuerzahler, Angestellten und Kunden wie immer vor einer grauen Wand, bei der man nicht weiß, welche Überraschungen dahinter warten. Wenn die Börse jubelt, muss das nicht immer ein gutes Zeichen sein. Und zu einer erneuten Bankenrettung großen Ausmaßes haben die Bürger wohl wenig Motivation.

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