Warum die »offene Gesellschaft« keine ist

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Kulturmarxismus und Gesinnungsdiktatur statt »offene Debatte«

Die »offene Gesellschaft« ist das kulturmarxistische Diktat unserer Zeit. Wer sich dagegen wehrt, gehört zu den »Feinden der offenen Gesellschaft«.

Eine wichtige intellektuelle Persönlichkeit, auf die der Begriff der »offenen Gesellschaft« zurückgeht, ist Karl Popper. Er hat den Begriff nicht erfunden, aber stark mitgeprägt.

Poppers zentraler Gedanke, den er in seinem Buch »Die offene Gesellschaft und ihre Feinde« von 1945 entwarf, war, dass eine Gesellschaft offen für politische alle Diskurse und Debatten sein solle und im Sinne einer »Laissez-Faire-Gesellschaft« sich frei entwickeln müsse. Klingt in der Theorie ganz toll.

Feinde der »offenen Gesellschaft« seien beispielsweise totalitäre und autoritäre Ideologien wie der Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus. Im Jahre 1945 hat diese Denkweise Sinn ergeben. Denn der Krieg der totalitären und autoritären Ideologien hatte gerade einen ganzen Kontinent in Schutt und Asche gelegt.

Diktat der »offenen Gesellschaft«

Einer der vielen gelehrigen Schüler von Karl Popper war George Soros. Er hatte sich vorgenommen, das Prinzip der »offenen Gesellschaft« tatkräftig in die Realität umzusetzen. Später, als »Star-Investor«, hatte er die finanziellen Möglichkeiten dazu, riesige Netzwerke von Stiftungen und NGOs ins Leben zu rufen.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt sind die »Open Society Foundations«, die mit vielen anderen Organisationen bestens verknüpft sind. Doch Soros und seine Netzwerke stehen nicht allein. Viele anderen Netzwerke haben sich diesem Zeitgeist ebenfalls angeschlossen.

Herausgekommen ist eine übergroße Gesinnungswelle, die all unser politisches und gesellschaftliches Leben bestimmt. Überall schießen Stiftungen, Kampagnen, Lobbyisten und Aktivistengruppen aus dem Boden und fangen an, von »offener Gesellschaft« zu reden. Es blühen der Multikulturalismus und der Kulturrelativismus, und es tanzt die »LGBTQ+ Community«.

Das Themenspektrum der »offenen Gesellschaft« ist von der Konrad-Adenauer-Stiftung über die Heinrich-Böll-Stiftung bis zur Rosa-Luxemburg-Stiftung omnipräsent. Auch in der Bertelsmann-Stiftung ist dieser Zeitgeist zu finden. In den meisten amerikanischen Stiftungen sowieso. Mittlerweile hat dieser Zeitgeist sogar von der katholischen Kirche Besitz ergriffen. Das geht soweit, dass die Kirche mittlerweile den Eindruck einer NGO hinterlässt.

Das Konzept der »offenen Gesellschaft« passt wie perfekt in jene intellektuelle Denkmuster, die sich der »kritischen Theorie« und kulturmarxistischen Ideen verschrieben haben. Es geht darum, alle gesellschaftlichen Normen, Standards und Werte permanent zu überprüfen und reformieren. Nichts dürfe von einer kritischen Betrachtung ausgeschlossen werden.

Diktat als Freiheit getarnt

Hier liegt der entscheidende und gefährlich Denkfehler, der wie ein Messer in die politische Debatte schneidet. Denn in seiner destruktiven Art ist das Konzept der »offenen Gesellschaft« selbst nicht hinterfragbar. Zumindest wird dies zum Tabu erklärt.

Wer die permanente Destruktion der gesellschaftlichen Werte und Traditionen selbst hinterfragt und kritisiert, läuft Gefahr, als »Feind der offenen Gesellschaft« geächtet zu werden.

Daher werden alle Kritiker in »rechtspopulistische Ecke« gedrängt. Hier zeigt sich der totalitäre Charakter der Offenen-Gesellschafts-Ideologie. Er verbietet den Selbstschutz der Gesellschaften, die sich gegen den zerstörerischen Charakter dieser Ideologie zur Wehr setzen.

Schon Ralf Dahrendorf hatte die Poppersche Idee der »offenen Gesellschaft« kritisiert, weil sie die Bedeutung von sozialen Bindungen und Traditionen unterschätzt.

Am Ende zeigt sich überall der zerstörerische, destruktive und zersetzenden Charakter der »offenen Gesellschaft«. Jede Verbindlichkeit und Konsensfähigkeit einer Gesellschaft und jede Exklusivität einer Kultur wird zerstört. Die meisten Menschen mögen größtenteils die Zusammenhänge nicht erkennen. Aber sie sehen und fühlen und registrieren instinktiv, dass etwas zerstört wird und dass die sozialen Bindungen zunehmend zerbrechen.

Die absolutistische Art und Weise, wie in der ganzen westlichen Welt das Prinzip der »offenen Gesellschaft« durchgesetzt wird, ist nämlich alles andere als freiheitlich, sondern höchst autoritär und teilweise sogar totalitär.

Freiheit erkennt man daran, wie mit Kritikern des Systems und Zeitgeistes umgegangen wird. Die Tendenzen sind besorgniserregend.

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