Die Religion der »offenen Gesellschaft«

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Das Dogma unseres Zeitgeistes: »Diversity is our strength«

Wenn eine Gesellschaft durch Erziehung, Propaganda und Indoktrination medial und politisch vollumfänglich auf eine Ideologie ausgerichtet wird, ohne das Widerspruch erlaubt ist, dann gibt dies zu bedenken. Das erinnert an dunkle Tage.

Die Definition von Totalitarismus auf Wikipedia lautet heutzutage so:

»Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen »neuen Menschen« gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.«

Trifft die obig genannte Definition auf die Ideologie der aufgezwungenen »offenen Gesellschaft« zu?

Wer die heutige Entwicklung Europas und Nordamerikas beobachtet, stellt fest: Wir leben (noch?) nicht in einer totalitären Diktatur wie im Stalinismus, Maoismus oder Hitlerfaschismus.

Aber Züge des Totalitarismus gibt es auch heute. Denn auch heute wird gegen alle Widerstände versucht, einen »neuen Menschen« zu schaffen und die Gesellschaft komplett umzukrempeln.

Für diesen »neuen Menschen« wird eine weltweite Milliarden-Industrie mobilisiert, die in Werbung, Marketing, Erziehung, Kultur, Bildung und Politik hineinwirkt und die Gesellschaft in einem niemals zuvor dagewesenen Maße revolutioniert. Überall schallt es wie ein Echo aus allen Mündern unserer europäischen und amerikanischen Politiker: »Diversity is our strength!« – »Vielfalt ist unsere Stärke!« Wohlgemerkt: »Unity is our strength!« gilt nicht mehr. »Einigkeit und Recht und Freiheit« sind Werte von Gestern geworden.

Um den »neuen Menschen« zu schaffen, werden überall in Europa und Nordamerika neue Gesetze geschaffen, die jede Kritik an der neuen Ideologie kriminalisieren. Wer andersdenkend ist, wird des schweren Vergehens des »Hate Crime«, des »Hass-Verbrechens« verdächtigt. Kritiker werden von der Presse ganz offen und frei als »Feinde der offenen Gesellschaft« oder als »Feinde der EU« oder »Feinde Europas« bezeichnet. Was sagt es über den Zustand einer Demokratie aus, wenn Andersdenkende als »Feinde« bezeichnet werden?

Damit wird jeder Widerstand gebrochen, jede Widerrede zum Schweigen gebracht. Stumm lassen die Bürger den größten gesellschaftlichen Wandel aller Zeiten über sich ergehen. Alle Werte und Normen, die über Jahrtausende Gültigkeit besaßen, werden nun in einer endlosen Kulturrevolution Schritt für Schritt relativiert, seziert, eliminiert.

Da die Bevölkerung permanent zum aktiven Mitmachen aufgefordert wird und bereits das Passivsein verdächtig macht, kann man eher von totalitären als von autoritären Zügen sprechen.

Das perfide: Es wird Angst erzeugt und eingeschüchtert, um Widersprüchler von der öffentlichen Bühne fernzuhalten. Man dürfe Rechten keine Bühne geben, heißt es. »De-platforming« wird es genannt, wenn man politische Dissidenten die öffentliche Plattform entzieht. Dabei arbeitet man wie im Repressionssystem der DDR mit dem Vorwurf der »Kontaktschuld«. Wer sich mit bestimmten Leuten auf einer öffentlichen Bühne zeigt, dem wird vorgeworfen, mit ihnen in einem ideologischen Boot zu sitzen. So werden Andersdenkende isoliert.

Oftmals gilt frei nach Hegel die »Herrschaft des Verdachtes«. Wer auch immer die Vielfalts- und Willkommenskultur kritisiere, müsse ein Rassist oder Nationalist sein. Auf die Idee, dass in allen Ländern der Erde die Bürger sich früher oder später fragen würden, ob eine unkontrollierte Zuwanderung die Gesellschaft zuungunsten der Einheimischen verändere, darf niemand kommen.

Durch das verkrampfte Bestreben, die Meinungshoheit und Deutungshoheit zu behalten, werden alle Medien und Bildungsinstitutionen streng kontrolliert und zensiert. Wehe, ein Dozent an der Universität kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik, dann gibt es den Massenaufstand der indoktrinierten Studenten (oh, pardon, es muss natürlich Student*Innen oder Studierende heißen), und der Rektor wird den Professor oder Dozenten schließlich auffordern, sich von seinen Aussagen zu distanzieren, weil sonst der Ruf der Uni gefährdet sei. Und so blicken die Lehrer, Dozenten und Professoren verängstigt auf ihre Schüler und Studenten, in der Sorge, es könnte sich ein Denunziant darunter befinden, der politisch unkorrekte Aussagen des Dozenten notiert und an die Öffentlichkeit bringt. In der DDR und im Dritten Reich hat diese Art der Kontrolle auch effektiv geklappt: Denunziation, Selbstzensur und vorauseilender Gehorsam.

In Großbritannien ist man bereits uns Deutschen einen Schritt voraus. Dort werden neue Gesetze ausgearbeitet, nach welchen bereits der Vorwurf von »hate speech« rechtliche Folgen haben kann, ohne dass Beweise oder Zeugen vorhanden sind. Es soll künftig genügen, wenn sich jemand beleidigt oder in seinen Gefühlen verletzt fühlt.

Am Ende drängt sich ein Verdacht auf: Es wird alles getan, um jeden Widerspruch und Widerstand zur neuen »Religion« unmöglich zu machen. Aber es sollen alle Mitwirken, die neue »Religion« umzusetzen.

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