Wie Minderheiten gegen die Mehrheit aufgebracht werden

Foto: Screenshot YouTube, Rebel Media

Kulturrevolution als permanente Selbstzerstörung

Viele Leser werden es schon an Beispielen im Fernsehen oder in den Online-Medien selbst verfolgt haben und sich wundern, wie eine solche Schein-Logik in der ganzen westlichen Welt immer und immer wieder rezipiert wird:

»Black can't be racist towards whites« (»Schwarze können gegen Weiße nicht rassistisch sein«)

»Women can't be sexist towards men« (»Frauen können gegen Männer nicht sexistisch sein«)

Diese Auflistung lässt sich endlos fortsetzen: Ausländer können nicht diskriminierend gegen Einheimische sein, Mitglieder der LGBTQ-Community können nicht diskriminierend gegen Heterosexuelle sein, Transsexuelle können nicht diskriminierend gegen Zisgender-Menschen sein und so weiter und so fort.

Man sieht, ließt und hört solche Behauptungen in Europa und Amerika, in Universitäten und Hochschulen, in Zeitungsfeuilletons und Magazinen, in Büchern und Studien, in Aufklärungsvideos und Dokumentationen, von Studenten und Lehrenden.

Natürlich lassen sich das die angeklagten Gruppen nicht gefallen und argumentieren sofort dagegen: Auch Männer können Opfer von Sexismus werden und diskriminiert werden, auch Farbige können rassistisch gegenüber Weißen sein.

Wie kommt diese irrsinnige Debatte überhaupt zustande? Warum ist sie so ein großes Thema in den Medien, Schulen und Universitäten?

Die Mehrheit ist immer Täter, die Minderheit ist immer Opfer


Nach dem Zeitgeist des Kulturmarxismus wird unaufhörlich die Gesellschaft auf angebliche Ungerechtigkeiten abgesucht, bei denen »Unterdrückte« (»oppressed)«) und »Unterdrücker« (»Oppressors«) ausfindig gemacht werden.

Die Logik dahinter geht – zwar nicht ausschließlich, aber hauptsächlich – auf die »kritische Theorie« und die »Frankfurter Schule« zurück. Sie war mit dem Hintergedanken erarbeitet worden, dass der Hitlerfaschismus nur möglich war, weil die gesellschaftlichen Strukturen und die Alltagskultur es zuließen, dass eine Mehrheit viele Minderheiten unterdrücken konnte.

Also haben Vertreter der Frankfurter Schule, wie zum Beispiel Herbert Marcuse, emphatisch die Ansicht vertreten, dass der Schutz der Minderheiten wichtiger sei als die Freiheitsrechte und der demokratische Konsens der Mehrheit.

Das Problem: Die Demokratie beruht auf Konsens und Mehrheitsbeschluss. Andernfalls kann man sich die Demokratie sparen. Wenn die Gesellschaft von Dissens geprägt ist und die Mehrheit nichts beschließen darf, dann ist auch keine Demokratie möglich.

Der Schluss der Kulturmarxisten: Mit dem Marsch durch alle Institutionen sollen alle möglichen Gruppen und Minderheiten so gegen die dominierende Mehrheit in Stellung gebracht werden, dass eine Unterdrückung nicht mehr möglich ist. Also gilt es, alle Werte, Traditionen und Normen der Mehrheit zu brechen und hinterfragen, wo es nur geht.

Gesagt, getan: Homosexuelle kritisieren die Heteronormativität, Ausländer kritisieren die heimische Leitkultur, religiöse Minderheiten kritisieren die vorherrschende Religion der Bevölkerungsmehrheit der jeweiligen Gesellschaft. Alles kommt in Bewegung. Nichts gilt mehr als unumstößlicher Wert an sich. Es folgt die totale Relativierung von Allem.

Am Ende beschuldigen sich alle gegenseitig des Rassismus, Sexismus, Faschismus oder werden sich gegenseitig Hass und Diskriminierung vor. Offene Diskussionen werden immer schwieriger und die Schaffung eines gesellschaftlichen Konsens rückt in weite Ferne.

Die Progressiven finden immer wieder neue Betätigungsfelder, weil es immer neue neue Konstellationen von Mehrheiten und Minderheiten, Unterdrückern und Unterdrückten gibt.

Die Konservativen sind dagegen permanent damit beschäftigt, zu retten, was zu retten ist: Religion, Kultur, Traditionen, Werte und Normen.

Warum die Chance auf einen Richtungswechsel besteht

Die progressiven Kulturmarxisten hatten lange Zeit den Vorteil, die Jungend in ihrer rebellischen Neigung gegen die Elterngeneration aufzubringen und so den Erneuerungsprozess zu beschleunigen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass jede Generation sich von der vorherigen ein Stück weit abgrenzen muss, um selbständig zu werden.

Doch mittlerweile haben die links-progressiven Kulturmarxisten alle beruflichen und gesellschaftlichen Felder, von der Bildung über die Politik bis hin zu den Medien, so stark besetzt, dass sie zu Verteidigern des Status Quo werden, denn auch die permanente Progression ist ein Status Quo.

Die Folge: Immer mehr junge Menschen können das Gerede ihrer Lehrer und Dozenten, die aus der 1968er-Generation stammen, nicht mehr hören und ertragen. Viele junge Menschen wachen auf und sehen, dass in der Gesellschaft vieles zerstört wird, das sie eigentlich zusammenhält. Noch sind diese aufgeklärten jungen Menschen in der Minderheit. Doch ihre Zahl wächst. Das lässt für die Zukunft hoffen.

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