Wirtschaftspolitik

Unterschiedliche Reaktionen auf Leerverkaufsverbot


EU-Kommission verurteilt deutschen Alleingang (Foto: mad max/pixelio)

Die europäischen Partner haben unterschiedlich auf das deutsche Verbot von ungedeckten Leerverkäufen von Kreditausfallversicherungen und Staatsanleihen reagiert. Positiv wurde der deutsche Schritt von Spanien, Österreich und Belgien bewertet. Die EU-Kommission begrüßte zwar das Verbot, verurteilte aber den deutschen Alleingang. Die EU-Staaten müssten gemeinsam handeln, so der zuständige EU-Kommissar Barnier. Frankreichs Finanzministerin Lagarde zeigte sich irritiert: "Ich finde, dass jemand bei einer solchen Maßnahme zumindest den Rat der anderen Mitgliedstaaten einholen sollte." Man wolle dem deutschen Beispiel nicht folgen. Und auch der Einschätzung Kanzlerin Merkels, der Euro sei in Gefahr, will sich Christine Lagarde nicht anschließen.

"Ich denke absolut nicht, dass der Euro in Gefahr ist", erklärte Lagarde heute dem Radiosender RTL: "Der Euro ist eine solide und vertrauenswürdige Währung", betonte die Ministerin. Diesen Mittwoch sprach die Kanzlerin in einer Regierungserklärung von der Euro-Krise als größten Bewährungsprobe seit Jahrzehnten. Lagarde betonte jedoch auch, dass sie die Pläne der Kanzlerin die Gemeinschaftswährung und die Wirtschaft der Euro-Zone mit einer Serie von Maßnahmen zu stützen befürworte. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lud heute nach Berlin zur internationalen Konferenz zur Regulierung der Finanzmärkte.