Hessen-Wahl

Die Rückkehr des Roland Koch – Schon abgeschrieben, jetzt wieder im Rennen


Von Gérard Albert Bökenkamp

Roland Koch (CDU) erlebte bei der letzten Landtagswahl in Hessen eine herbe Niederlage. Er verlor die absolute Mehrheit und am Ende waren es 3595 Stimmen, die Ministerpräsident Koch bei den Wahlen am 27. Januar vor seiner Rivalin Andrea Ypsilanti (SPD) lag. Deshalb war Koch, der lange als potentieller Unions-Kanzler nach Merkel gehandelt wurde, politisch bereits abgeschrieben. Jetzt sieht die Lage wieder anders aus, denn Hessen erlebt eine erstaunliche politische Wende.

Während Koch im Amt ausharrte und seit den Landtagswahlen keinen politischen Fehler begann, überzog die Hessen-SPD ihr Glaubwürdigkeitskonto. Andrea Ypsilanti brach ihr Wahlversprechen und wollte um jeden Preis mit der Unterstützung der Linkspartei eine Regierung bilden. Das war ein Tabubruch, denn das wäre die erste linksaußen Koalition in einem westdeutschen Bundesland gewesen. Ein Modell auch für den Bund.

Doch nicht alle Sozialdemokraten waren bereit Wahllüge und Linksruck mitzutragen. Am Ende stand Ypsilanti mit leeren Händen da und die Hessen-SPD ohne Glaubwürdigkeit.

Die jetzt angesetzten Neuwahlen sind eine Chance für Roland Koch auf die politische Bühne zurückzukehren und sich als Gegengewicht zu Merkel reformpolitisch zu profilieren. Ob Koch nach einem möglichen Wahlerfolg in Hessen für die bürgerliche Basis eine politische Alternative zur sozialdemokratisierten Politik der Bundeskanzlerin darstellen wird, wird die Zivile Koalition anhand seiner politischen Aussagen im kommenden Wahlkampf beurteilen.

Ihre Artikel Koch/Ypsilanti/Metzger

Wenn Sie für eine zivile Koalition stehen und echte Reformen fordern, dann sollten Sie einmal Ihre Artikel bedenken. Ypsilanti hat ihr Wahlversprechen nicht gebrochen, Sie hatte ein Ziel, den damaligen Ministerpräsidenten Koch abzulösen, dazu ist sie angetreten. Warum sollte Sie sich nicht von den Linken wählen lassen? Wir sollten uns noch einmal in Erinnerung rufen, dass gerade die Hessen CDU unter Herrn Koch in einen der größten Schwarzgeldskandale verwickelt war und dann noch die Unverschämtheit besessen hat, zu behaupten es handele sich um jüdische Spenden. Frau Ypsilanti tat schon gut daran, den Versuch zu unternehmen, uns von dieser Korruptions- und Schwarzgeldmafia zu befreien. Ein weiterer Aspekt ist, dass die CDU derzeit sich für das Ausspionieren von Bürgern stark macht (Stichwort BKA-Gesetz und Onlineuntersuchung). Auch dieses ist ein Angriff auf die Bürgerrechte und unsere Freiheit, die als Grundlage unseres Wohlstandes dient. Eine „große“ Koalition konnte somit gar nicht in Frage kommen.
Das die Abweichler in der SPD nun von der CDU als Helden gefeiert werden kann ich verstehen, aber hier? Das permanente Hauen und Stechen in der SPD rührt wohl in erster Linie von Neid und Missgunst her oder sind die vier eine Kochsche Kolonne? Seit Steiner und Wienand würde es niemanden wundern. Die SPD schießt sich seit Jahrzehnten, durch Ihre inneren Konflikte, aus der Fähigkeit als zuverlässige Partei zu regieren. Damit wird aber die CDU nicht wählbarer, sie steht für die Beseitigung der Bürgerrechte. Wer sich zwischen SPD und CDU entscheiden muss, hat die Wahl zwischen Pest und Cholera. Dieses ist das Problem. Wir sehen es an der „großen“ Koalition. Was hat man erreicht? Wenig. Wo sind die großen Reformen? Die Regierung ist ein einziger Trauerhaufen ohne Visionen. Da scheint es mir sogar erfreulich, dass die Linkspartei so erstarkt, vielleicht wachen dann endlich einige in SPD und CDU auf oder es werden endlich einmal die alten Säcke durch frische Leute ersetzt, die unser Land ähnlich wie in den USA in eine bürgerliche Euphorie versetzen können. Dieses geht aber nicht mit der Politik der hängenden Mundwinkel.

Matthias Rietz, Mechernich

Artikel: "Die Rückkehr des Roland Koch"

Für deren Mut und Standhaftigkeit in der politischen Entschärfung und bei der effektiven Entfernung der Frau Ypsilanti ist der Viererbande der hessischen SPD großen Dank und ebenso große Anerkennung zu zollen. Aktion und Reaktion dieser Güte ist in der heutigen politischen Landschaft der sozialistisch geprägten Selbstgerechtigkeit und politisch-gesellschaftlichen Myopie äußerst willkommen. Die vier Akteure - insbesondere Frau Metzger - sind die wahren Helden, die die einzigen waren, die sich der Verlogenheit des widerlichen heutigen sitzfleischlastigen Etablissements und dieser - dessen "musterhaften" - Vertreterin widersetzten. Daß die SPD befürchten und zugeben muß, daß sie den Raum über kurz oder lang mit dieser SED-Nachfolgegruppierung teilen muß und auf sie angewiesen ist, liegt auf der Hand .... von wannen ist die Bereitschaft Ypsilantis zu verstehen, das inzwischen berühmte Tabu zu brechen. Koch? Der gehört doch auch zum Etablissement oder nicht....? Seitdem er von Merkel überrumpelt und auf den Scheiterhaufen neben Merz geworfen wurde hat er sich in den Spalier der butterweichen, politisch vor sich hin sabbernden, die Pfründe wahrenden Merkelanbeternden eingereiht. Wo man bloß hin schaut.... Pofalla, Kauder, Glos, Schäuble, Rüttgers, Kohl, Geisler, Herzog, Süßmuth... was soll man mit einer solchen Riege anfangen? Was will man damit? Koch war mal! Seine Petition "Doppelstaatsbürgerschaft" und sein gelungenes Absetzen Eichels. Das waren noch versprechende Aktionen. Aber seit seiner erwiesenen Unfähigkeit sich der linkslastigen DDRisierten Sichtweise der Merkel zu widersetzen, ist er vollig im Schmelztiegel des Kohl-Merkel-Gammelsitzfleischwerkes "integriert" worden. Nein, bis wir politisches Material der Güte eines Erhard, Brunner, Andreasen, Farage, Strauß, einer Thatcher, eines Nixon usw. usf. wieder in der Arena haben, wird sich dieser Untergang mittels selbstgerechten Drittklassigkeit fortsetzen...

Grüße
Horatio Nelson bei der bayerischen Gebirgsmarine